MVZ Delitzsch

Leistungen und Behandlungsschwerpunkte

  • Krisenintervention
  • Informationsvermittlung (Psychoedukation)
  • Psychologische Beratung zur Krankheitsverarbeitung
  • Psychologische Diagnostik
  • Psychologische Beratung zu humangenetischen Fragestellungen
  • Psychologische Begleitung von Menschen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen
  • Trauerbegleitung
  • Vermittlung und Durchführung von Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxion, Imaginative Verfahren)
  • Psycho(onko)logische Einzel-, Paar und Angehörigengespräche
  • Kurz- und Langzeitpsychotherapie

Bei uns im Hause betreut Sie unsere Dr. rer. med. Alexandra Meyer Approbierte Psychologische Psychotherapeutin:

Welche Unterstützungsmöglichkeiten kann die Psychoonkologie anbieten?


1) Gespräche zu den potentiellen Ursachen der Krankheitsentstehung

Fast jeder Patient stellt sich während des Krankheitsverlaufs die Frage, warum ausgerechnet er erkrankt sei, was die Ursache der Erkrankung ist und ob und gegebenenfalls wie er die Erkrankung hätte verhindern können.

Es ist wichtig, diese Fragen ernst zu nehmen, auch wenn sich abschließend keine endgültigen und zufrieden stellenden Antworten auf sie finden lassen.

Vielen Patienten gelingt es zunehmend, diese Fragen in den Hintergrund zu schieben. Gelingt dies allerdings nicht, können diese Fragen auch Grübeln, Schuldgefühle und Niedergeschlagenheit auslösen, die Anzeichen einer depressiven Verstimmung sein können. Dann ist eine professionelle Behandlung dringend anzuraten.

2) Psychoonkologische Unterstützung während der Akutbehandlung

Während der Akutbehandlung der Krebserkrankung - der Operation, der Chemotherapie, der Strahlentherapie - sind die meisten Patienten sehr in den Behandlungsplan eingebunden und fühlen sich vordergründig durch die Nebenwirkungen der Behandlung belastet. Oft helfen in diesem Moment praktische Hinweise zur Gestaltung des Alltags oder auch sozialrechtliche Informationen zu psychosozialen Unterstützungsangeboten.

Während der Behandlung wird es viele Stunden geben, in denen man sich schwach fühlt. Manchmal hilft es dann, sich zu überlegen, welche schwierigen Situationen man schon im Leben gemeistert und was dabei geholfen hat. Weiterhin kann es helfen, sich zu überlegen, was jetzt grade in diesem Moment wichtig ist und wie man dafür sorgen kann, dass dies den richtigen Stellenwert erhält.

Da sich viele Patienten weniger stark fühlen als wenn sie gesund sind, kann die Unterstützung durch einen Psychoonkologen sinnvoll sein.

3) Gespräche zur Förderung der Krankheitsverarbeitung

Nach dem Ende der Akutbehandlung, oft im Anschluss an eine Anschlussheilbehandlung („Kur“), gehen viele Patienten wieder in den Alltag zurück. Für viele ist dies ein schwieriger Schritt, da sich besonders an dieser Stelle zeigt, was sich durch die Erkrankung verändert hat bzw. wie das Umfeld auf die Erkrankung reagiert.

Während sich die Mehrheit der Patienten wieder gut im Alltag zurechtfindet, stoßen andere Menschen an ihre Grenzen. Einerseits weil sie von sich selbst erwarten und auch das Umfeld von ihnen erwartet, dass wieder alles so ist wie vor der Erkrankung oder andererseits weil die (ehemaligen) Tumorpatienten auch häufig von ihrem Umfeld in guter Absicht geschont werden.

Ein offener Umgang in Familie und Arbeitsumfeld kann helfen mit falscher Rücksichtnahme und zu schneller Rückkehr in den „normalen“ Alltag „aufzuräumen“.

In diesem Zusammenhang können auch moderierende Gespräche zwischen Patienten, Familie bzw. Arbeitsgeber durch Psychoonkologen helfen.

4) Vermittlung von Entspannungsverfahren zur Senkung von Angst und zur Förderung des seelischen Wohlbefindens

Während des gesamten Krankheitsverlaufs ist eine Rückbesinnung auf eigene Fähigkeiten sehr hilfreich.

Haben die Patienten bereits Erfahrungen mit einem Entspannungsverfahren, z.B. dem Autogenen Training, bietet es sich an, dass dies angewendet wird, um Ängste und Anspannung zu reduzieren und das seelische Wohlbefinden zu fördern. Gibt es noch keine diesbezüglichen Erfahrungen, ist die Vermittlung einer Entspannungsmethode (z.B. Autogenes Training, Progressive Musekelrelaxation, Imaginationsübungen oder Yoga) ein Unterstützungsangebot, das von vielen Patienten als sehr angenehm und entlastend erlebt wird.

In der Regel können Patienten aber auf ein Repertoire von Dingen zurückgreifen, die sie ablenken, stärken und entspannen und ihnen das Gefühl geben, auch in schwierigen Situationen nicht völlig die Kontrolle zu verlieren.

5) Gespräche mit der Familie

Generell kann man sagen, dass sich ein offener und ehrlicher Umgang mit der Erkrankung in der Familie bewährt hat. Natürlich ist es dabei wichtig, zu entscheiden, wer, wann, was und auf welche Weise erfahren soll.

Oft fürchten Patienten z.B., sie könnten ihre (jüngeren) Kinder mit der Wahrheit zu sehr belasten – stattdessen ist es oft eher so, dass das Verheimlichen der Erkrankung von den Kindern als noch viel belastender erlebt wird.

Kinder haben sehr feine „Antennen“ und spüren sehr deutlich, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Schweigen löst eher Misstrauen und Schuldgefühle bei den Kindern aus.

Eine offene Auseinandersetzung mit der Erkrankung macht es auch erst möglich, dass auftretende Probleme gemeinsam bewältigt werden können. So fühlen sich z.B. einige Patienten nach einer Krebserkrankung und der erfolgten Behandlung weniger attraktiv und lassen weniger Körperkontakt zu, weil sie eine Ablehnung durch ihren Partner befürchten.

Diese Befürchtungen sollten unbedingt angesprochen werden, damit die Partner die Möglichkeit erhalten, bei der Bewältigung dieser Veränderungen zur Seite zu stehen. Ist man sich unsicher, was man z.B. im Gespräch mit den eigenen Kindern über die Erkrankung erzählen „darf“, kann ein Psychoonkologe auch diesbezüglich hilfreiche Tipps geben bzw. bieten einige Psychoonkologen auch Paar- und Familiengespräche an.

Für Fragen, die sich auf den Umgang mit der Erkrankung mit den eigenen Kindern beziehen, ist das Friesennest am Haus Leben in Leipzig eine gute Anlaufstelle.

6) Moderation von Arzt-Patienten-Gesprächen: „Übersetzer“

Während der Diagnosemitteilung befinden sich viele Patienten in einer ganz anderen Welt als der Arzt.

Während dieser über mögliche Behandlungsschritte redet, sind viele Patienten gar nicht in der Lage dem Gespräch zu folgen, weil sich für sie gerade scheinbar das ganze Leben ändert. Oft sind deshalb auch mehrere Aufklärungsgespräche nötig.

Patienten sollten ihren Arzt/ihre Ärztin fragen, wenn sie manche Dinge nicht verstehen. Sie können sich Informationsbroschüren geben lassen und eine Vertrauensperson bitten, an wichtigen Aufklärungsgesprächen teilzunehmen.

Vier Ohren hören mehr als zwei. Es besteht auch die Möglichkeit, Psychoonkologen bezüglich allgemeiner Fragen zur Behandlung anzusprechen.

Wenn diese auch keine medizinischen Fachfragen beantworten können, so sind sie vielleicht leichter in der Lage, ein Gespräch mit einem Arzt zu bahnen oder medizinische Fachbegriffe zu übersetzen.

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